Montag 29. April 2013 von Frank Plaßmeyer

Im Moment ist sehr viel los im IJOS. Die Schiedsstellenaktivitäten in der Jugendhilfe nehmen deutlich zu.
So durften wir allein in den letzten 4 Wochen insgesamt 3 Verfahren in NRW und Niedersachsen begleiten.
Am Freitag waren wir z.B. gemeinsam mit dem Kollegen und Rechtsanwalt Prof. Dr. Gerlach in Hannover. Der Antrag auf Vereinbarung eines neuen Entgeltes wurde in diesem Schiedstellenfall vor knapp einem Jahr gestellt.
Nach einer ca. 6 stündigen Verhandlung ist auch hier für beide Seiten Klarheit entstanden. Nun können neue Entgelte abgerechnet werden.
Unser Eindruck von der Schiedsstelle Jugendhilfe in Niedersachsen: Kompetent auf beiden Seiten besetzt. Der Vorsitzende der Schiedsstelle besitzt hohen Sachverstand.
Eine gute Sache!
Kategorie: Allgemein |
Keine Kommentare »
Montag 8. April 2013 von Frank Plaßmeyer
Hier kommt etwas Neues. Ab sofort liefere ich Ihnen regelmäßig Stilblüten aus laufenden Entgeltverhandlungen (Jugendhilfe/Behindertenhilfe).
Hier kommt als Erstes eine freundliche Rückmeldung in zwei Auszügen eines Kreisjugendamtes aus Niedersachsen aufgrund eines Entgeltantrages:
“…die mit Email v. … übersandten Unterlagen entsprechen nicht den von mir angeforderten. Sie haben mir lediglich Bilanzkonten sowie Zins- u. Tilgungsleistungen für alle Bereiche übersandt. Diese sind nicht den jeweiligen Bereichen zugeordnet sondern müssen mühselig aus allen Unterlagen zusammengestellt werden. Dieses ist sicherlich nicht meine Aufgabe und auch von mir zeitlich nicht leistbar…”
“…Eine kurzfristige Vereinbarung gerade in diesem Bereich halte ich für nicht realisierbar, da Ihre Forderung gegenüber dem jetzigen Wert als utopisch anzusehen ist.”
Denken Sie sich einfach Ihren Teil… Habe ich auch gemacht ;-(
Kategorie: Allgemein |
Keine Kommentare »
Samstag 2. März 2013 von Frank Plaßmeyer
Den 14. Kinder- und Jugendbericht können Sie nun auf den Seiten des BMFSF downloaden.
Hier geht es zum Download.
Kategorie: Allgemein |
Keine Kommentare »
Freitag 1. März 2013 von Frank Plaßmeyer
Letzte Woche sind wir mit einer hochmotivierten Gruppe in unsere IJOS-Seminarreihe „Fit sein für effektive Führung” gestartet.
Die 4-modulige Fortbildung ist für Führungskräfte der Sozialwirtschaft gestaltet und findet nach insgesamt 12 Seminartagen im Dez. 2013 ihren Abschluss. Inhaltlicher Schwerpunkt des ersten Moduls war die eigene Person (Führungskraft) im Kontext der “lernenden Organisation”.
Die Teilnehmenden bringen verschiedenen berufliche Hintergründe, individuelle Werdegänge und umfassende Praxiserfahrungen in das Seminar ein. Durch die prozess- und ressourcenorientierte Arbeitsweise fanden alle Teilnehmenden schnell sowie wertschätzend zusammen und konnten sich, neben den Theorieinputs vertiefend mit ihrer Rolle, auch im Kontext ihrer Organisation auseinandersetzen. Viel Wert wird von den Referenten (Herr Claus Langer und Herr Thomas Asche) auf das Einbringen von Praxisbeispielen der Teilnehmenden, der Gestaltung von fachlichen Austauschprozessen und der Durchführung von eigenen konkreten Vorhaben gelegt.
Ein wesentlicher Meilenstein ist die Erstellung einer Potentialanalyse (compro+) mit Selbst- und Fremdbewertung und einer wissenschaftlich belegten Auswertung, auf deren Basis die Teilnehmenden Entwicklungsbedarfe und ihre Potentiale erkennen können. Der direkte Austausch mit den Personen, welche die Fremdbewertung durchführen, sowie die Ergebnisse der Analyse können dann in persönliche Veränderungsvorhaben einfließen oder Qualitätsentwicklungsprozessen in der Organisation der Teilnehmenden dienen.
Die weiteren Seminare (siehe auch unsere Seminarprogramm) vermitteln Inhalte zu den Themen professionelle Kommunikation, Teamprozesse erkennen und gestalten sowie Steuerung, Entwicklung und Begleitung von Veränderungsprozessen.
Diese mehrmodulige Seminarreihe wird nun jährlich stattfinden um Personen im Hinblick auf Leitungskompetenzen zu qualifizieren. Durchgängig impliziert die prozess- und praxisbezogene Vorgehensweise das neben den Teilnehmenden auch direkt deren Arbeitsfelder/Einrichtungen eine Wertschöpfung erleben.
Kategorie: Allgemein, Methodik, Projektmanagement |
Keine Kommentare »
Freitag 15. Februar 2013 von Frank Plaßmeyer
Aufmerksam machen möchte ich Sie heute auf einen sehr interessanten Blog-Beitrag eines befreundeten Kollegen aus Ravensburg.
Dr. Stephan List befeuert seit längerem ein klasse Weblog mit dem Titel: Arbeit statt Stress- Die Website zur psychischen Gesundheit und zum demographischen Wandel.
In seinem jüngsten Beitrag verweist Stephan List auf eine höchst interessante Praxisanleitung zur Mitarbeitendenbefragung. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat eine Neuauflage ihrer Praxisanleitung zur Mitarbeiterbefragung veröffentlicht. Sie erfahren dort, wie Sie bei einer derartigen Befragung vorgehen können. Sie finden in der Broschüre auch die geeigneten Fragebögen. Sie können den Leitfaden hier als pdf-Datei herunterladen.
Kategorie: Allgemein, Literatur, Methodik |
Keine Kommentare »
Dienstag 12. Februar 2013 von Frank Plaßmeyer
Das Bundeskabinett hat am 30. Januar den von Bundesfamilienministerin Schröder eingebrachten 14. Kinder- und Jugendbericht zur Kenntnis genommen und die Stellungnahme der Bundesregierung dazu beschlossen.
In dem Bericht werden die Lebenssituationen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland analysiert und Vorschläge zur Gestaltung der Kinder- und Jugendpolitik sowie zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe gemacht.
Der Bericht wurde von einer unabhängigen Sachverständigenkommission aus Wissenschaft und Praxis unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard Wabnitz erarbeitet. Unter dem Motto “Kinder- und Jugendhilfe in neuer Verantwortung” beschreibt die Kommission Eckpunkte, wie Eltern in zunehmendem Maß durch öffentliche Angebote bei der Förderung, Bildung, Erziehung und Betreuung ihrer Kinder unterstützt werden.
Der Bericht steht noch nicht als Download des BMFSFJ zur Verfügung. Trotzdem kann man den Bericht schon hundertfach im Netz finden. So können Sie z.B. den vollständigen Bericht (787 Seiten) bereits hier herunterladen. eine Zusammenfasung finden Sie hier zum Download.
Kategorie: Allgemein |
Keine Kommentare »
Donnerstag 31. Januar 2013 von Frank Plaßmeyer
Es gibt neues aus den Hessischen Landkreisen.
Nach der Kündigung des Rahmenvertrages durch den HLT gehen die Landkreise nun dazu über, die tarifliche Erhöhung für 2013 ab dem 01.01.2013 - zunächst befristet bis zum 30.06.2013 - anzuerkennen.
Mir liegt in diesem Zusammenhang ein freundlicher Bescheid des Landkreises Hersfeld-Rotenburg - unterzeichnet von der Ersten Kreisbeigeordneten - vor. Dieser geht davon aus, dass bis zum 30.06.2013 alle bestehenden Altverträge neu verhandelt sind. Respekt!
Nun kommt es aber dicke, denn am Ende des Schreibens findet sich die folgende Widerrufsbelehrung:
“Sollte auf der Grundlage der §§ 78a ff SGB VIII keine Leistungs- und Entgeltvereinbarung für das Jahr 2013 mit Ihnen abgeschlossen werden, so behalten wir uns vor, diesen Bescheid zu widerrufen und die gewährten Leistungen in voller Höhe nebst Zinsen zurückzufordern.”
Nachdem man dann auch noch die Rechtsbehelfsbelehrung (Widerspruch innerhalb eines Monats) im Nachgang gelesen hat, entstehen möglicherweise auch bei Ihnen eine Menge Fragen. Diese werden wohl in erster Linie besser durch einen Rechtsanwalt beantwortet. Das wäre jedenfalls mein Weg, den ich einschlagen würde als Betroffener.
Also ich finde, so kann man das nicht machen. Das ist “Gutsherrenart” pur und hat nun wirklich nichts mit den Grundgedanken des SGB VIII zu tun. Wie war das noch mal mit Augenhöhe und Partnerschaft?
Hier ein kurzer Nachtrag aufgrund von Nachfragen:
Anfang September hat die Jugendhilfekommission die pauschale Vergütungsanhebung für das Jahr 2013 beschlossen. Die tarifliche Fortschreibung der Entgeltvereinbarungen in der Jugendhilfe gemäß § 15 Abs. 2 der Hessischen Rahmenvereinbarung (RV) nach §§ 78a ff. des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII) wurde wie folgt festgelegt:
- Die Sachkosten werden um 1,73% erhöht
- Die Personalkosten werden um 2,82% erhöht
Kategorie: Entgelte HzE, Jugendrecht |
Keine Kommentare »
Donnerstag 31. Januar 2013 von Frank Plaßmeyer
Der Rahmenvertrag in NRW ist gekündigt. Dies ist soweit bekannt!
Auch, dass nach wie vor an der Planung festgehalten wird zum 01.07.2013 einen neuen Rahmenvertrag zu präsentieren ist bekannt.
Verschiedene Jugendämter gehen jetzt dazu über in Vereinbarungsniederschriften festzulegen, dass eine automatische Anpassung “innerhalb eines im neuen Landesrahmenvertrages festzulegenden Übergangszeitraumes” erfolgen soll. Auch wenn sich die INFO Nr. 13 der Landeskommission Jugendhilfe vom 12.12.2013 ähnlich liest, birgt eine Akzeptanz einer solchen Regelung für die Einrichtungsträger große Risiken, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht eingeschätzt werden können.
Dies gilt es unbedingt zu bedenken!
Der Advocat würde sagen: “Pacta sunt servanda”
Kategorie: Entgelte HzE, Jugendrecht |
Keine Kommentare »
Mittwoch 30. Januar 2013 von Frank Plaßmeyer
Psychische Belastung als wesentliche Dimension im Arbeits- und Gesundheitsschutz wird derzeit aller Orten diskutiert.
“Hintergrund hierfür ist der deutliche Anstieg der Diagnosen im Bereich der psychischen und Verhaltensstörungen sowohl bei den Arbeitsunfähigkeitstagen als auch bei den Frühverrentungen. Auch wenn diese Entwicklung mitnichten ausschließlich auf die Veränderungen der Arbeitswelt zurückzuführen sein wird, so ist es doch gut und richtig, die Rolle der Arbeit mehr als bisher in den Blick zu nehmen. Wie sich die psychischen Anforderungen an die Beschäftigten unter den Rahmenbedingungen der modernen Arbeitswelt quantitativ und qualitativ verändern, wie diese Gesundheit und Leistungsfähigkeit fördern oder beeinträchtigen und wie sie von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wahrgenommen und (mit)gestaltet werden, gehört zu den zentralen Fragen eines modernen Arbeits- und Gesundheitsschutzes.” (Isabel Rothe, Stressreport Deutschland 2012)”
… wenn Sie weiter lesen wollen können Sie den Bericht auf der Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hier abrufen.
Beim Lesen wird schnell deutlich: Hinsichtlich einer Vielzahl von Belastungsfaktoren führen Sozial-, Erziehungs- sowie Gesundheitsberufe im Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen die Häufigkeitstabellen an.
Die Themen Arbeitsschutz, psychische Belastungen von Mitarbeitenden und gezielte Personalentwicklung bleiben auch 2013 Top-Themen in der Sozialwirtschaft.
Gerne verweisen wir in diesem Zusammenhang auf unser aktuelles IJOS-Seminarangebot:
z.B.:
- Selbsterfahrung für Mitarbeitende in der Erziehungshilfe
am 25.-26.02.2013
- Psychohygiene & Selbstfürsorge
am 24.-25.06.2013
- Effiziente Selbstorganisation
am 09.10.2013
- Psychische Belastungen am Arbeitsplatz minimieren
am 10.10.2013
- Grundlagen strategischer Personalentwicklung
am 09.-10.12.2013
Kategorie: Allgemein |
Keine Kommentare »
Dienstag 29. Januar 2013 von Frank Plaßmeyer
Ich erhalte aktuell vermehrt aufgeregte Anrufe von Niedersächsischen Jugendhilfeeinrichtungen und werde von diesen gefragt, ob ein Beitritt zum Rahmenvertrag nach § 78 f SGB VIII zwingend erforderlich sei.
Das Ganze steht wohl im Zusammenhang mit individuellen Anschreiben des Nds. Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie aus der letzten Woche. In diesen Schreiben wurden Einrichtungen, die dem Rahmenvertrag bislang noch nicht beigetreten sind aufgefordert, ihren Beitritt zum Rahmenvertrag zu erklären. Anderenfalls würde der bestehende Zugang zum Info-Katalog gesperrt. Ich war zunächst erstaunt und habe mir daraufhin den Rahmenvertrag einmal genauer angesehen:
Gem. § 12 wird zur Darstellung der Leistungs- und Entgeltvereinbarungen niedersächsischer Jugendhilfeeinrichtungen der bestehende Info-Katalog vom Nds. Landesamt niedersachsenweit vorgehalten. Die hierfür notwendigen Daten sind von den Einrichtungsträgern nach Abschluss der Leistungs-, Entgelt- und Qualitätsentwicklungsvereinbarungen in die webbasierte Datenbank einzugeben. Das Nds. Landesamt für Soziales, Jugend und Familie stellt den Rahmenvertragsparteien jährlich eine Auswertung der erhobenen Daten zur Verfügung. Die inhaltliche Weiterentwicklung des Info-Kataloges erfolgt im Beirat.
Mehr steht eigentlich gar nicht zum Thema „Info-Katalog” im Rahmenvertrag drinne. Ob man daher einer Einrichtung, die dem Rahmenvertrag nicht beitritt, den Zugang zum Info-Katalog einfach so sperren kann? Egal!
Einrichtungen, denen der Info-Katalog „schnuppe” ist und die unabhängig davon trotzdem unsicher sind, ob sie dem Rahmenvertrag beitreten sollen oder nicht, denen rate ich zunächst zur Besonnenheit und zu folgender (nicht abschließender) Vorgehensweise:
- Prüfen Sie, ob Ihr örtliches Jugendamt dem Rahmenvertrag beigetreten ist (sehr interessant, wie ich selbst erlebt habe. Hier kann man auch bei großen Jugendämtern schöne Überraschungen erleben).
- Sprechen Sie mit Ihrem örtlichen Jugendamt. Bringen Sie in Erfahrung, ob der neue Rahmenvertrag genutzt werden soll, um alles Positive und Bewährte „über Bord zu schmeissen”.
- Vergleichen Sie die Inhalte des alten und des neuen Rahmenvertrages. Hier kann unser Praxisratgeber Hilfe leisten.
- Berechnen Sie Ihre „Beitrittskosten” für den Fall einer anstehenden Neuverhandlung (Standardabsenkungen). Was könnte Sie der Beitritt z.B. durch Anwendung der neuen Regelungen (z.B. höhere Auslastungsquote) in EUR kosten?
- Vergleichen Sie den aktuellen Rahmenvertrag mit Rahmenverträgen anderer Bundesländer.
- Prüfen Sie, ob Ihre Leistungsbeschreibungen den Vorgaben der Anlage 2 des Rahmenvertrages entsprechen. Gerade hier drohen aktuell gewaltige Risiken der zeitlichen Verzögerung von Verhandlungsprozessen zu Ihren Lasten.
- Prüfen Sie unbedingt, ob Sie in der Lage sind, die Anforderungen der Anlage 11 des Rahmenvertrages zu erfüllen. Sind Sie z.B. in der Lage, eine Anlagenverzeichnis vorzulegen, dass exakt den geforderten Inhalten entspricht?
- Entscheiden Sie über Ihren individuellen Beitritt.
Gerne zitiere ich an dieser Stelle den guten alten Friedrich Schiller:
“Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.”
Kategorie: Allgemein, Entgelte HzE |
Keine Kommentare »