IJOS - BLOG

Institut für Jugendrecht, Organisationsentwicklung und Sozialmanagement

Archiv für August, 2009

Ganz frisch: Die vierte Ausgabe des IJOS-Informationsdienstes Jugendhilfe

Montag 31. August 2009 von Frank Plaßmeyer

Man glaubt ja gar nicht, wie schnell so ein Monat vergeht und damit schon wieder eine neue Ausgabe des 2IJ vorliegt. Wir freuen uns sehr, dass unser IJOS-Informationsdienst einen so großen Zuspruch erfährt. Die vielen positiven Rückmeldungen haben uns gut getan. Wir machen weiter so!

Themen der Ausgabe August 2009

• Einblick in die Schattenwelt - Wahlaussagen der Bundestagswahlprogramme
• Wegklagen verboten. Kitas in Wohngebieten werden erlaubter
• George Orwell betreibt das SGB VIII: Berliner Expertise zum Musterjugendamt
• Beratung boomt - Familienberatung 2008 in NRW
• Türkische Mädchen sind anders, aber ihre Wünsche nicht: Eine Studie aus Würzburg
• Dickmacher Angst und ADHS: Adipositas und psychische Krankheit hängen zusammen
• Blättern statt suchen: 70 Studien zur Kinder- und Jugendarbeit
• Erlaubt, aber nicht vorgesehen - Aufwandsentschädigungen in gemeinnützigen Vereinen
• gefährden die Gemeinnützigkeit
• Standards von 2004 jetzt umgesetzt - Vereinsvormundschaften in NRW
• Laumanns sommerliche Taschengelderhöhung
• Tisch heile, Decke eingerissen: Gerichtsentscheid Runder Tisch Heimerziehung
• Malen und Wünschen: Wettbewerb „Mal mal Familie” für Trennungs- und andere Kinder
• Einsamer Ruf aus Westfalen-Lippe: Frühe Hilfe bei psychischen Störungen
• Das flüchtige Versprechen zu meinen Füssen: Die „Freie Förderung” aus dem SGB II und das SGB VIII

Alle Mitglieder des IJOS-Servicecenter Jugendhilfe (für Einrichtungen) erhalten unseren monatlichen Newsletter kostenfrei. Alle anderen Interessierten können unseren Newsletter im Abonnement für 10 EUR im Monat beziehen. Bei Interesse senden Sie doch bitte einfach ein EMail an meine Kollegin Sabine Juhr.

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Sozialraumorientierung im Landkreis Osnabrück am Ende?

Dienstag 25. August 2009 von Frank Plaßmeyer

Heute berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) über aktuelle Geschehnisse im Zusammenhang mit dem Sozialraumbudgetierungsprozess im Landkreis Osnabrück (siehe auch meinen Blog-Eintrag vom 08. August). Die Angelegenheit wird aus meiner Sicht immer dubioser. Nun sind es 4 Einrichtungen, die sich mit der Reform nicht abfinden wollen und mit Eilanträgen beim Verwaltungsgericht den für Januar geplanten Start des neuen Jugendhilfemodells verhindern möchten. Die Kläger begründen ihr Vorgehen u.a. mit der Verletzung der grundrechtlich geschützten Berufsausübungsfreiheit, da sie nicht zu den vom Landkreis auserwählten Trägern gehören. Der zuständige Kreisrat Matthias Selle teilte der NOZ gestern mit, dass “eine zunächst abgespeckte Version” eingeführt werden soll, falls die Eilanträge beim Verwaltungsgericht Erfolg haben sollten.

Wenn Sie jetzt gerne so ganz genau in Erfahrung bringen möchten, was im Landkreis Osnabrück inhaltlich geplant ist, muss ich Sie leider enttäuschen. Es gibt derzeit kein öffentlich zugängliches Material zu diesem Thema. Da hält sich der Landkreis aus meiner Sicht sehr bedeckt. Älteren Zeitungsberichten kann man aber entnehmen, dass Prof. Dr. Wolfgang Hinte vom Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB) der Universität Duisburg-Essen dem Landkreis Osnabrück als Berater zur Seite steht. Daher empfehle ich Ihnen einfach mal die altbewährte Form der Internet-Recherche. Für ganz Neugierige eignet sich folgende Fundstelle im Web: Institutslecture mit Wolfgang Hinte. Hier finden Sie u.a. fünf MP3-Files, die Sie sich unbedingt einmal anhören sollten. Wolfgang Hinte referiert zum Thema “Erzieherische Hilfen zwischen Ökonomie, Recht, Medien und Sozialer Arbeit”. Ein Download lohnt sich definitiv! Einen Fachartikel von Wolfgang Hinte zum Thema “Sozialraumorientierung” können Sie hier als PDF downloaden.

Nachtrag (29.08.2009): Im Pressearchiv des Landkreises Osnabrück habe ich einige wenige Infos und ein paar Tondokumente vom zuständigen Kreisrat gefunden. Hier der Link.

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KiBiz - Private Anbieter streiten um Fördermittel in NRW

Montag 24. August 2009 von Frank Plaßmeyer

Tageseinrichtungen für Kinder erhalten in Nordrhein-Westfalen gemäß dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) Fördermittel zum Betrieb ihrer Einrichtung. Doch nicht alle Einrichtungen werden gleich behandelt. So schliesst das KiBiz privat gewerbliche Anbieter rigoros von der Förderung aus. Aus Sicht des Bundesverbandes privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe e.V. (VPK) verstösst der Ausschluss privat-gewerblicher Kindertagesstätten aus dem Fördersystem gegen geltendes EU-Wettbewerbsrecht und gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Die vollständige Presseinfo, aus der hervorgeht, dass der VPK heute Klage gegen Ungleichbehandlung eingereicht hat, findet man hier. Ich werde die weitere Entwicklung mit großem Interesse verfolgen. Fällt die Hürde für privat gewerbliche Kitas in NRW, wird es aus meiner Sicht eine massive Veränderung der Kita-Landschaft in NRW geben. Das wird dann wohl nicht jedem gefallen…

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Mo.Ki - Prävention ersetzt den Reparaturbetrieb in Monheim

Mittwoch 5. August 2009 von Frank Plaßmeyer

Gestern habe ich mich mit einem interessanten Bericht der F.A.Z. beschäftigt (Wege aus der Armut, Verantwortung von 0 bis 18). Berichtet wurde über den nachweisbaren Erfolg des Modellprojektes “Mo.Ki - Monheim für Kinder” der Stadt Monheim am Rhein, welches 2004 von der Bertelsmann-Stiftung und dem Bundesgesundheitsministerium gefördert wurde. Mo.Ki beschreibt den Leitgedanken der Monheimer Jugendhilfeplanung. Dabei handelt es sich um einen kommunalen Präventionsansatz, der einen systematischen Umbau der Kinder- und Jugendhilfe zum Ergebnis hat - weg von der Reaktion auf Defizite hin zur Prävention als aktive Steuerung und Gestaltung. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht das Kind und seine Entwicklung. Wesentlicher Projektbestandteil ist eine Präventionskette von der Geburt bis zur Berufsausbildung. Familiencafe, Zahnprophylaxe, Vorlesetraining, Begrüßungspakete für Neugeborene, Familienhebammen, Elternkompetenzkurse und vieles mehr, haben nach Aussage von Jugendamtsleiterin Annette Berg  zu einer massiven Veränderung des Verhältnisses von ambulanter zu stationärer Erziehungshilfe geführt. Dieses Verhältnis wird von Ihr mit 30 zu 70 angegeben. Informationen zum Projekt findet man auf der Internetseite der Stadt Monheim. Die KollegInnen des ISS Frankfurt a.M. bieten darüber hinaus weitere Informationen zum Download an.

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Sozialraumorientierung im Landkreis Osnabrück - Berliner Thesen zur Sozialraumarbeit in der Kinder‐ und Jugendhilfe

Dienstag 4. August 2009 von Frank Plaßmeyer

Es war ja lange Zeit ruhig, was das Thema Sozialraumorientierung betrifft. Ganz aktuell beschäftigt man sich nun im Landkreis Osnabrück mit einer Umstrukturierung der Jugendhilfe. Dabei gab es bereits das Osnabrücker Modell der Jugendhilfe (OsMoJug), welches landesweit spätestens seit 2005 als Erfolgsmodell gehandelt wurde. Dem Pressearchiv des Landkreises Osnabrück ist zu entnehmen, dass Kreisrat Matthias Selle durch die Sozialraumorientierung klare Vorteile für die lokale Arbeit sieht: „Durch dieses Modell können wir effizienter und vor allem näher am Bürger arbeiten. Von der Dezentralisierung der Sozialträgerschaften profitieren in erster Linie die betroffenen Menschen vor Ort, die auf die Hilfe der sozialen Einrichtungen angewiesen sind.“ Ob Matthias Selle lediglich die Begriffe Effizienz und Effektivität verwechselt hat ist mir leider nicht bekannt. Ich bin aber grundsätzlich gespannt, ob es dem Landkreis Osnabrück gelingen wird, seine ohnehin schon gute Jugendhilfe mit dem “neuen” sozialräumlichen Ansatz weiter zu optimieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich dieser Prozess nicht ausschließlich zu einem Kostenreduktionsprozess - wie anderenorts zu beobachten - wandelt.

In diesem Zusammenhang hat sich der DBSV (Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V.) in der letzten Woche (27.07.09) mit einem Thesenpapier zu Wort gemeldet. Das von Fachkräften der Sozialen Arbeit selbst entwickelte Thesenpapier „Berliner Thesen zur Sozialraumarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe (DBSH)“ umreisst, welche Maßstäbe an eine Soziale Arbeit zu stellen sind, die im Sozialraum wirksam werden will und welche Anforderungen an Praxis und Politik zu stellen sind. Das Thesenpapier steht hier zum Download bereit.

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