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Institut für Jugendrecht, Organisationsentwicklung und Sozialmanagement

Archiv für November, 2009

Jugendhilfe - Ausgabensteigerung um 8% in 2008

Mittwoch 25. November 2009 von Frank Plaßmeyer

Die Ausgaben für den Bereich der Jugendhilfe sind drastisch gestiegen. Das Statistische Bundesamtes (DESTATIS) teilte heute mit, dass Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2008 für den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe im insgesamt 24,593 Milliarden Euro verausgabt haben. Gegenüber dem Jahr 2007 entspricht das einem Ausgabenanstieg von knapp 8%.

Auf den Bereich der Erziehungshilfe entfielen insgesamt 6,4 Milliarden Euro. Davon wurden 3,7 Milliarden Euro für die Unterbringung junger Menschen außerhalb des Elternhauses in Vollzeitpflege, Heimerziehung oder in anderen betreuten Wohnformen aufgewandt. Für den Bereich der Sozialpädagogischen Familienhilfe erhöhten sich die Ausgaben um 21,3% auf 542 Millionen Euro.

Im Bereich der Aufwendungen für vorläufige Schutzmaßnahmen (in der Hauptsache für Inobhutnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls) ist der größte Ausgabenanstieg festzustellen. Hier entwickelten sich bundesweit die Aufwendungen auf 118 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerungsrate von 23,1%.

Die vollständige Statistik (incl. Angaben zu den einzelnen Bundesländern) können Sie hier abrufen.

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Jugendhilfemodell des Landkreises Osnabrück darf nicht am 01.01.2010 starten

Dienstag 17. November 2009 von Frank Plaßmeyer

Da unser Institut seinen Sitz im Landkreis Osnabrück hat, sind wir immer wieder sehr an den neuesten Entwicklungen in Sachen “Sozialraumorientierung im Landkreis Osnabrück” interessiert.

Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat nun zwei vorläufigen Klagen stattgegeben. Somit kann der Landkreis Osnabrück nicht wie geplant das neue Jugendhilfemodell zum 01.01.2010 umsetzen. Das Verwaltungsgericht begründet seine noch nicht rechtskräftige Entscheidung mit der klar ersichtlichen Beschneidung der Marktchancen, der im Auswahlverfahren unterlegenen Einrichtungen: “Durch die Einführung des sozialraumorientierten Modells im Gebiet des Landkreises Osnabrück wäre eine unzulässige Beeinflussung des Wettbewerbs unter den Trägern der freien Jugendhilfe und damit ein Beeinträchtigung der durch Artikel 12 des Grundgesetzes geschützten Berufsausübungsfreiheit der Antragsteller gegeben, die mangels gesetzlicher Grundlage rechtswidrig wäre.”

Nun hat das Ganze aber auch seine Schattenseite. Schließlich haben sich diejenigen Einrichtungsträger, die einen Zuschlag erhalten haben bereits organisatorisch auf den Weg gemacht und dafür Geld in die Hand genommen. Ich bin sehr gespannt, wie der Landkreis Osnabrück weiter vorgeht und ob es ihm gelingen wird, trotz blockierter Reorganisation, im Sinne der Kinder, Jugendlichen und Familien diesen “Fall” zu lösen.

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