IJOS - BLOG

Institut für Jugendrecht, Organisationsentwicklung und Sozialmanagement

Archiv für März, 2010

Bei Kleinstbetrieben entfällt zukünftig die Bilanzierungspflicht

Mittwoch 31. März 2010 von Frank Plaßmeyer

Gemäß Beschluss des Europaparlamentes können EU-Staaten Kleinstunternehmen bald von der Jahresabschlusspflicht befreien. Zwei der folgenden Kriterien müssen vom Kleinstbetrieb erfüllt werden:

• die Bilanzsumme liegt unter 500.000 Euro
• der Netto-Umsatz liegt unter 1.000.000 Euro
• im Laufe des Bilanzjahres werden durchschnittlich nicht mehr als zehn Mitarbeiter angestellt

Die Regelung muss vorher noch von den jeweiligen Landesparlamenten beschlossen werden. Eine Aufzeichnung von Einnahmen und Ausgaben wird aber aus steuerlichen Gründen weiterhin erforderlich sein. Angeblich machen sich nun auch erste Kleinstunternehmen so ihre Gedanken und denken daran, ihre Buchführung zu beerdigen. Lassen Sie es! Gerade in der Jugendhilfe werden Sie zunehmend in der Lage sein müssen, Kostenarten differenziert darzustellen (z.B. bei der Vorbereitung einer Entgeltverhandlung).

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Bloggerpause

Freitag 26. März 2010 von Frank Plaßmeyer

In den letzten Wochen habe ich mich hier zugegebenermassen etwas rar gemacht. Ich habe mir eine klitzekleine Bloggerpause gegönnt und mir vorgenommen, erst dann wieder etwas zu posten, wenn ich von einem Mandanten darauf aufmerksam gemacht werde, dass es an der Zeit ist, wieder mal etwas an dieser Stelle zum Besten zu geben. Das war nun gestern der Fall. Ich bin also wieder da!

Sie glauben nicht, was mir gestern passiert ist…:

Anruf beim Jugendamt.

Ich: “Guten Tag! Ich wollte mal eben nach dem aktuellen Stand fragen. Wir haben zum 01.04.2010 ein neues Entgelt für die Einrichtung X beantragt. Sie haben uns nun nach mehrmaligen Anfragen einen Verhandlungstermin am 21.04.2010 angeboten. Was möchten Sie genau mit uns besprechen? Haben Sie Fragen zu den von uns eingereichten Unterlagen?

Jugendamtsleiter: “Ja, ich habe zwei Punkte über die wir mit Ihnen sprechen wollen. 1. Den Auslastungsgrad in Höhe von 93 %. Den können wir grundsätzlich nicht akzeptieren. 2. Wir möchten die letzten beiden vollständigen Jahresabschlüsse der Einrichtung sehen.” Anmerkung von mir: Geht gar nicht!!!

Ich: “??? Warum haben Sie das denn nicht schon eher angefragt?”

Jugendamtsleiter: “Sie machen es doch so eilig. Sie haben ja gerade mal so eben vor 8 -Wochen die Unterlagen geschickt”

Ich: “Nun, im SGB VIII findet man im § 78 g eine 6-Wochen-Frist. Die haben wir eingehalten.”

Jugendamtsleiter: “Ja, ja…, im Gesetz steht viel… ” :-o

Ich: “Eigentlich finde ich es unmöglich, das wir bis heute noch nicht mal eine Eingangsbestätigung von Ihnen bekommen haben. Ihre zeitliche Verzögerung geht finanziell zu Lasten der beantragenden Einrichtung. Aus haftungsrechtlichen Gründen müsste ich jetzt eigentlich ein Schiedsverfahren einleiten.”

Jugendamtsleiter: “Ja, machen Sie mal, …ist mir egal. Das macht uns nichts aus. Wir sehen das eher sportlich!”

Ich: “Nun, wenn das so ist!!

Jugendamtsleiter: “Ich freue mich dann schon auf den Verhandlungstermin. In der Einrichtung X gibt es ja immer lecker Brötchen und lecker Kaffee…”

Soviel zum Thema: Professionalität und Partnerschaft!

Haben Sie auch schon mal so etwas erlebt? Ja? Dann schreiben Sie mir doch mal.

Kategorie: Allgemein, Kurioses | Keine Kommentare »