IJOS - BLOG

Institut für Jugendrecht, Organisationsentwicklung und Sozialmanagement

Archiv für Oktober, 2010

Mädchengewalt

Donnerstag 28. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Empfehlung: Filmpremiere am 02.11.2010 um 19:30 Uhr im CinemaxX Wuppertal.

Unter dem Motto »Zickenterror« findet am 2. November um 19:30 Uhr im Wuppertaler CinemaxX (Bundesallee 250, Wuppertal-Elberfeld) die Filmpremiere der aktuellen Filmreihe zum Thema Mädchengewalt statt. Der Eintritt in die Veranstaltungen ist frei. Im Anschluss an die Premiere gibt es eine Publikumsdiskussion im Kino.

Die Filme wurden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter Anleitung von Medienpädagogen vom Medienprojekt Wuppertal produziert und werden ab der Premiere deutschlandweit auf DVD als Präventions- und Bildungsmittel vertrieben. Kartenreservierungen können beim Medienprojekt vorgenommen werden. Vorbestellte Karten müssen bis 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung im Kino abgeholt werden. DVD-Bestellung über www.medienprojekt-wuppertal.de.

Die Projektreihe wurde gefördert aus dem Bundesprogramm »Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie«.

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Experten: Hilfen für Kinder und Jugendliche müssen zusammengefasst werden

Montag 25. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Es gibt Neues aus dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Anhörung) zum Thema Große Lösung:

“Berlin: (hib/HAU/ELA) Im Interesse einer bestmöglichen Unterstützung müssen die Hilfsangebote für Kinder und Jugendliche unabhängig von ihren eventuellen seelischen, geistigen oder körperlichen Behinderungen in der Jugendhilfe zusammengefasst werden. Mit dieser Einschätzung stimmten die geladenen Experten bei einer öffentlichen Anhörung des Familienausschusses am Montagvormittag den Schlussfolgerungen des 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung (16/12860) zu, der unter dem Titel “Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen - Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe” stand.
Derzeit, so der Vorsitzende der Berichtskommission, Professor Heiner Keupp, gebe es “Strukturdefizite” im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention. Die vier verschiedenen Sozialgesetzgebungen, in denen sich die entsprechenden Regelungen finden, führten zu einer unübersichtlichen Komplexität, die an den Schnittstellen zu großen Reibungsverlusten und nicht selten auch zu “schwarzen Löchern” führe. Keupp sprach sich daher für die “große Lösung” in der Jugendhilfe aus, die eine Zusammenführung der Leistungen in einem einzigen Gesetz vorsieht. “Wir brauchen nachhaltige Strategien”, forderte er und sprach sich für ein Ende der “Projektismuslandschaft” aus.
Die gewünschte “Inklusion” für alle Heranwachsenden werde nur durch eine solche “große Lösung” realisierbar, bestätigte auch der Kinder- und Jugendpsychiater Professor Jörg Fegert von der Universität Ulm. Dies habe der vorliegende Bericht, den Fegert wie auch alle weiteren Sachverständigen als ausgesprochen gelungen würdigte, aufgezeigt. Fegert kritisierte das noch immer ausgeprägte “Ressortdenken” bei der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen. Er hätte sich gewünscht, dass bei diesem Thema Familienausschuss und Gesundheitsausschuss eine gemeinsame Anhörung durchführten.
Auch Norbert Müller-Fehling, Geschäftsführer des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen, machte deutlich, dass es kein Sondersystem für behinderte Kinder geben solle. Der “isolierte” Blick auf die Behinderung eines Kindes müsse durch eine ganzheitliche Betrachtung der Familie ersetzt werden. “Wir erwarten eine absehbare und gut durchdachte Lösung, um die Leistungen für behinderte Kinder und ihre Familien unter dem Dach der Jugendhilfe zusammenzuziehen”, sagte Müller-Fehling.
Im Interesse des Ausbaus der Gesundheitsförderung müsse ein Gesundheitsförderungsgesetz auf den Weg gebracht werden, forderte Professor Raimund Geene von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Damit könne es gelingen, die vielfältigen “Schnittstellenprobleme” zu überwinden. Auf die Bedeutung von Kindertagesstätten in Bezug auf Prävention und Gesundheitsförderung ging Fabienne Becker-Stoll vom Staatsinstitut für Frühpädagogik ein. Sie kritisierte, dass es derzeit keine bundesweit gültigen Qualitätsstandards für die Kinderbetreuung der unter Dreijährigen gebe. So hänge die Qualität “von der Finanzkraft der Kommunen, dem Engagement der Eltern und den 16 verschiedenen Ländergesetzgebungen ab”, sagte Becker-Stoll. Das sei schlicht ein “Skandal”.
Auch Professor Birgit Babitsch von der Charité Berlin vermisste ein Gesamtkonzept zur Sicherung der Teilhabe- und Verwirklichungschancen von Kindern und Jugendlichen. Sie sprach sich für eine stärkere Verzahnung der Familien-, Bildungs-, Kinder- und Jugend- sowie der Gesundheitspolitik aus. Nur so könnten verbindliche Standards auf kommunaler sowie Länder- und Bundesebene geschaffen werden.”

Herausgeber: Deutscher Bundestag

Hier geht es zum Originaltext.

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60 von 1.000 Kindern in Bremen sind in Pflegefamilien oder Heimen untergebracht

Freitag 22. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Bremen liegt bundesweit auf Platz 2 bei den Unterbringungszahlen, gleich hinter Berlin.

In diesem Zusammenhang berichtet die TAZ am 19.10.2010 in dem Artikel „Bremen ist spitze - bei der Jugendhilfe” über die aktuelle Jugendhilfe-Situation der Hansestadt Bremen.

Die signifikante Bremer Fallzahlentwicklung wird auch in Zusammenhang mit dem „Fall Kevin“ gesehen. Hier finden Sie diesbezüglich einen Artikel der ZEIT.

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Weg mit der Jugendhilfe?

Donnerstag 21. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Auch wenn dieser köstliche Vorgang schon ein paar Tage länger zurückliegt…

Thomas Karmasin ist Landrat in Fürstenfeldbruck und forderte unlängst (im Sommer…) die Abschaffung der Jugendhilfe. Einen entsprechenenden Presseartikel als PDF finden Sie hier.

Im Gegenzug machte dann der Evangelische Erziehungsverband (EEV) den Vorschlag, die Feuerwehr abzuschaffen (als Brandschutzmaßnahme). Weitere Infos findet man hier.

Großartig! So kommen wir weiter. Was meinen Sie?

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Vorgesetzte fragen sich manchmal…

Sonntag 17. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Vorgesetzte fragen sich manchmal, warum ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht immer das tun, was von ihnen verlangt wird.

Bert Webb gibt auf open loops 16 mögliche Gründe an, warum dies so ist:

  1. Mitarbeiter wissen nicht, warum sie etwas tun sollen,
  2. sie wissen nicht, wie sie es tun sollen,
  3. sie wissen nicht, was sie tun sollen,
  4. sie denken, auf die Art des Vorgesetzten wird es nicht funktionieren,
  5. sie denken, ihr Vorgehen ist besser,
  6. sie denken, etwas anderes ist wichtiger,
  7. es gibt keine positiven Konsequenzen für die Erledigung der Aufgabe,
  8. sie meinen, sie würden die Aufgabe erledigen, sie tun es in Wirklichkeit aber gar nicht,
  9. sie werden belohnt dafür, die Aufgabe nicht zu erledigen,
  10. sie werden bestraft dafür, dass sie tun, was von ihnen verlangt wird,
  11. sie erwarten negative Konsequenzen, wenn sie es tun,
  12. ihre schwache Leistung zieht keine negativen Folgen nach sich,
  13. sie stoßen auf Hindernisse, die außerhalb ihres Einflusses liegen,
  14. persönliche Beschränkungen halten sie davon ab, die Aufgabe zu Ende zu bringen,
  15. persönliche Angelegenheiten,
  16. es ist unmöglich, die Aufgabe zu erledigen.

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Statistiken der Kinder- und Jugendhilfe 2009

Samstag 16. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Am 07.10.2010 hat das Statistische Bundesamt (DESTATIS) die Zahlen des Jahres 2009 veröffentlicht.

Stationäre Unterbringungen haben im letzten Jahr um 5% zugenommen. Als Grund gaben die Jugendämter am häufigsten eine drohende Gefährdung des Kindeswohls an. Der meistgenannte Hauptgrund für eine Heimerziehung oder sonstigen betreute Wohnform war mit einem Anteil von 16% ein dissoziales Verhalten des jungen Menschen.

Den vollständigen Bericht findet man hier: https://www-ec.destatis.de

Suchbegriff: Erzieherische Hilfe,Eingliederungshilfe für seelisch behinderte junge Menschen, Hilfe für junge Volljährige - 2009

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Entwicklungen in den ambulanten Hilfen zur Erziehung

Freitag 15. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

In dieser Woche war ich 2 Tage in Brandenburg und habe mich mit diakonischen Kolleginnnen und Kollegen u.a. mit dem Thema der Bedeutung der Ambulanten Hilfen in der Jugendhilfe beschäftigt. In diesem Zusammenhang bin ich gerade eben auf eine aktuelle Expertise des Deutschen Jugendinstitutes gestoßen. Die Studie von Anja Frindt ist hier als Download erhältlich und beschreibt sehr informativ und übersichtlich den aktuellen Forschungsstand sowie strukturelle Aspekte am Beispiel der Sozialpädagogischen Familienhilfe.

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Niedersachsen macht Ernst!

Donnerstag 7. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Die Kommunalisierung von Aufgaben zum Schutz von Minderjährigen in Einrichtungen nach §§ 45 ff. SGB VIII scheint in Niedersachsen bereits “eine gemachte Sache” zu sein.

Was das heißt? Die formale Zuständigkeit für die Betriebserlaubnis und Aufsicht soll für den Bereich der Hilfen zur Erziehung vom Land Niedersachsen auf die Kommunen übergehen bzw. übertragen werden. Die örtlichen Jugendämter werden dann zukünftig verstärkt in die Beratung im Vorfeld, in die örtliche Überprüfung sowie in die Vorbereitung der Bescheide einbezogen. Lediglich die hoheitlichen Täitgkeiten verbleiben beim Land.

Wenn das wirklich so kommen sollte, dann besteht m.E. ein hohes Risiko, dass jeweils in Abhängigkeit vom kommunalen Haushalt fachliche Standards infrage gestellt werden. Äußerst fragwürdig ist in diesem Zusammenhang auch ein weiterer bedeutsamer Effekt. So würden zahlreiche Kommunen die Aufsicht über ihre eigenen Einrichtungen erhalten.

Mein lieber Scholli, wo soll das denn bitte hinführen?

Wenn Sie ebenfalls etwas zu dieser Gerüchteküche beitragen möchten, dann freue ich mich über Ihren Kommentar.

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Ein Riesenerfolg! IJOS-Umfrage zur Entgeltfinanzierung in der Jugendhilfe 2010 beendet.

Montag 4. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Wahnsinn! Mit einer so gewaltigen TeilnehmerInnenzahl hätte ich nicht gerechnet.

An unserer Umfrage haben sich bundesweit 281 Einrichtungen beteiligt!!!

Zum Vergleich: Am diesjährigen SMP-Marktbarometer des Beraterverbundes Sozialmanagement Partner (SMP) in Kooperation mit der Zeitschrift Wohlfahrt Intern haben 171 Entscheider aus der Sozialwirtschaft teilgenommen.
Quelle: Wohlfahrt Intern, Ausgabe 10/2010, S. 15.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern danke ich herzlich.

Nun geht es an die Auswertung. Die Ergebnisse werden allen Beteiligten in Kürze zur Verfügung gestellt werden.

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Hamburger Rahmenvertrag für ambulante Erziehungshilfen

Sonntag 3. Oktober 2010 von Frank Plaßmeyer

Im Rahmen unseres Intensivseminares zum Thema “Leistungsentgelte in der Jugendhilfe” in Hannover am 30.09.2010 habe ich mehrmals über den im Mai diesen Jahres vereinbarten Hamburger Rahmenvertrag für ambulante Erziehungshilfen gesprochen. Viele Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer fragten nun nach einem entsprechenden Link.

Bitte sehr: Der Rahmenvertrag kann hier als PDF eingesehen werden.

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