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Institut für Jugendrecht, Organisationsentwicklung und Sozialmanagement

Archiv für Januar, 2011

Ist das Projekt “Geschlossene Unterbringung” in Niedersachsen gescheitert?

Samstag 29. Januar 2011 von Frank Plaßmeyer

Es sieht m. E. ganz so aus, als ob das Projekt “Geschlossene Unterbringung” in Niedersachsen kurz vor dem Scheitern steht. Gestern, forderte die Fraktion „Die Linke“ wegen einer „eindrucksvollen Negativ-Bilanz“ die Schließung der Einrichtung.

Die mit finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen im Mai 2009 gebaute geschlossenen Einrichtung der Caritas im Landkreis Vechta scheint Startprobleme zu haben (wir berichten an dieser Stelle).

Die NWZ Online berichtet heute, dass seit dem Start der Einrichtung lediglich 31 Aufnahme-Anfragen (mit steigender Tendenz) aus Niedersachsen, eingegangen sind. 26 Anfragen betrafen die Altersgruppe zehn bis 14 Jahre. Seit Oktober 2010 soll das Interesse angeblich steigen. Zur aktuellen Belegung der Einrichtung gibt es keine Zahlen. Eine übliche Auslastung in Höhe von 95% erscheint mir angesichts der Anfragesituation unwahrscheinlich zu sein. Die NWZ Online schreibt weiterhin: ”Die Lohner „GITW“ nimmt nach richterlicher Anordnung „dissoziale“ und „hochdelinquente“ Jungen, bei denen normale Formen der Erziehungshilfe in der Regel mehrfach gescheitert sind, bis zur Dauer eines Jahres auf. Für zwei Wochen bleiben alle Türen in dem Block der Ex-Kaserne verschlossen. Danach dürfen die bei der Aufnahme unter 15-Jährigen nach draußen – in Begleitung, zunächst auf das Gelände, später auch in die Stadt.” Hier finden Sie den vollständigen Artikel.

Einen weiteren Online-Artikel finden Sie hier: “Geschlossenes Kinderheim in der Kritik”

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In welchen Abständen sollten Einrichtungsträger der Jugendhilfe ihre Entgelte neu verhandeln?

Montag 10. Januar 2011 von Frank Plaßmeyer

Diese Frage stellt man mir immer wieder…

Ich vertrete zu dieser Fragestellung eine eindeutige Meinung: Sie sollten jährlich neu verhandeln! Nur so stellen Sie sicher, dass Sie z.B. im Falle einer anlassbezogenen Prüfung durch den Öffentlichen Träger der Jugendhilfe immer auf der sicheren Seite stehen. Nicht die Steigerung der Erlöse sondern die juristische Absicherung steht hier im Vordergrund.

Im Rahmen unser IJOS-Entgeltstudie 2010 haben wir gefragt, wie lange bei den teilnehmenden Einrichtungen die letzte Entgeltverhandlung zurückliegt. Das Ergebnis ist meines Erachtens alarmierend!

Hier ein Auszug aus unserer Auswertung v. 01.12.2010:

“Bezüglich der Frage, wann zuletzt Leistungsentgelte verhandelt wurden stellte sich heraus, dass bei 30 % aller teilnehmenden Einrichtungen die Verhandlungen mindestens drei Jahre zurückliegen.

Betrachtet man diesbezüglich die einzelnen Bundesländer, so zeigen sich Unterschiede bei den Verhandlungsaktivitäten. In Niedersachsen beispielsweise haben insgesamt fast 80 % der teilnehmenden Einrichtungen in diesem oder im vorigen Jahr eine Verhandlung durchgeführt. Auch in NRW sind dies immerhin knapp 70%. Geringe Verhandlungsaktivität zeigt sich in diesem Zusammenhang insbesondere in Hessen, Baden-Württemberg und Brandenburg. Bezogen auf Hessen gehen wir davon aus, dass ein Großteil der Einrichtungen von der Möglichkeit der pauschalen Engeltsteigerung Gebrauch gemacht haben.”

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